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Serie "Goldratt und die TOC" Teil 72: Wie überzeuge ich die Anderen? (Forts.)

 

Schicht 6: Trotz allem passiert nichts …

Auszug aus "Goldratt und die Theory of Constraints" von Uwe Techt.

 

Fehlende Mitwirkung trotz ausdrücklicher Zustimmung


Mittels der vorher beschriebenen ToC-Denkprozesse können die meisten Widerstände identifiziert, bearbeitet und damit die Schichten 1 bis 5 erfolgreich durchschritten werden. Es gibt jedoch Fälle, in denen über die fünf Ebenen hinaus immer noch Widerstände dahingehend bestehen, die vereinbarte Lösung und Vorgehensweise dann auch tatsächlich umzusetzen. Diese Widerstände können sich offen zeigen oder auch darin, dass die Vereinbarungen – obwohl sie gemeinsam und einmütig getroffen wurden – nicht umgesetzt werden.

Das ist die sechste Schicht des Widerstands, die fehlende Mitwirkung trotz ausdrücklicher Zustimmung. Die Ursachen dieser Widerstände sind vielfältig. In einigen Fällen verlieren einzelne Mitarbeiter bei der Umsetzung der neuen Strategie ihr Image, ihren Status oder ihren Einfluss. In anderen Fällen wird die neue Strategie im Unternehmen „wieder als neue Sache“ und als eine vorübergehende Initiative betrachtet, die sehr bald durch eine weitere neue Initiative abgelöst wird. In wieder anderen Fällen ist der Widerstand hinter Scheinargumenten verborgen; in der Diskussion lässt sich der Kritiker nicht fassen.

Vorausgesetzt, in den vorangegangenen Schichten ist sorgfältig und systematisch gearbeitet worden: Jetzt hilft nur klare Führung mit dem Ziel, die
vereinbarte und von allen gewollte Lösung zu realisieren. Mit sensiblem Führungsverhalten können persönlich motivierte Einwände (Verlust von Status, Image und Einfluss) entkräftet oder sogar genutzt werden; in diesen Fällen bieten sich Einzelfall-Lösungen an. Bei anderen Einwänden wird man allerdings auf den bislang erfolgreichen Konsens-Prozess verweisen und „mit Fug und Recht“ die Mitarbeit einfordern.

Denkanstöße

  • Wie führen Sie Veränderungen im Unternehmen ein?
  • Wie beteiligen Sie Führungskräfte und Mitarbeiter am „Denkprozess“ über Veränderungen?
  • Wo zeigen sich Widerstände und wie gehen Sie damit um?
  • Welche spürbaren Auswirkungen hat das auf Ihr Unternehmen?

Zusammenfassung

Grundlegende Veränderungen des Unternehmens müssen an alle Betroffenen „verkauft“ werden – am besten, indem sie in die Erarbeitung der Lösung einbezogen, wenigstens aber indem ihre Widerstände und Bedenken ernstgenommen und bearbeitet werden.

Die TOC-Denkprozesse helfen uns, Widerstände nicht mehr als Problem, sondern als Chancen zur Verbesserung und wirkungsvollen Umsetzung unserer Konzepte, Strategien und Lösungen zu sehen. Um diese Chancen nutzen zu können, sind die Schichten des Widerstandes systematisch zu durchschreiten.

Posted from Sandra Schmadtke, 22.06.2010 00:00
Goldratt und die TOC (Serie)

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