Manfred Blachfellner wagte mit seinem Vortrag einen „Blick über den Tellerrand“: Nachhaltiges Wirtschaften.
Unternehmen seien immer noch zu fixiert auf die schnelle Steigerung der Kapitalrendite und würden an die Nachhaltigkeit ihrer Praktiken keinen Gedanken verlieren. Die Erde also als Engpass, gegen den ständig gehandelt werde und den es gelte nach den Regeln der Vernunft zu nutzen und nicht weiter aus Eigensinn auszubeuten.
Wie soll das erreicht werden? Mit Maßnahmen wie den Sustainability Reporting Guidelines oder den fünf Schritten auf dem Weg zur Nachhaltigkeit, die sich Unternehmen auferlegen:
Unternehmen sollen nicht mehr nur an ihrer Performance unter finanziellen Gesichtspunkten gemessen werden, sondern den Wert ihres Handelns für Umwelt und Gesellschaft stärker gewichten. Diese Forderung an die Unternehmen fasste Manfred Blachfellner unter dem „Win-Win-Win-Erfordernis“ zusammen. Wer schafft es, bessere Beiträge für die Menschheit zu schaffen? Diese Werthaftigkeit des Handelns soll für die Reputation eines Unternehmensauschlaggebend sein und nicht die bestmögliche Erfüllung der Interessen des Investors, wie es heute so oft der Fall sei.
Wie die derzeitige Lage aussieht, verdeutlichte eine interessante Statistik, die die Biokapazität dem globalen Fußabdruck gegenüberstellte: Gegenwärtig leben und wirtschaften wir so, als ob wir 1,5 Erden zur Verfügung hätten. Das ist zurzeit leider nicht der Fall, also ist Umdenken angesagt. Da viele Schwellenländer einen steigenden Wohlstand verzeichnen, ist es nicht weiter verwunderlich, dass der Trend weiter nach unten zeigt. (Deutschland kam bei dieser Statistik auch nicht wirklich gut weg: Der Verbrauch übersteigt die Biokapazität um das 2,5-fache.)
Beim Überdenken von Folgewirkungen, meinte Manfred Blachfellner, kämenun die TOC ins Spiel. Die neue zentrale Frage laute nun: „Wo ist der größte Hebel bei meiner Leistungfür die Menschheit?“ Und diese Frage klingt im TOC-Kontext ja eigentlich ganz vertraut.